CoopSR




Cooperative Social Responsibility (Soziale Verantwortung der Genossenschaften): unsere DNA

Cooperative Social Responsibility (CoopSR) ist Teil der genossenschaftlichen DNA aufgrund ihrer demokratischen, dezentralen und offenen Struktur.

Für Genossenschaften ist CoopSR ein Ziel an sich, während bei Unternehmen in Aktionärsbesitz solche Aktivitäten vielleicht hauptsächlich für die öffentliche Wirkung erfolgen. Durch die Schaffung eines Mehrwerts für das Mitglied nimmt das genossenschaftliche Unternehmen seine volle soziale – und wirtschaftliche – Verantwortung wahr. Folglich ist soziale Verantwortung für Genossenschaften nicht ein Mittel zum Zweck, sondern das höchste Ziel einer Genossenschaft.

Raiffeisen-Genossenschaften sind werteorientierte Organisationen, die den Mitgliedern gehören und von ihnen demokratisch kontrolliert werden. Diese Unternehmen arbeiten nicht nur für die Mitglieder und mit den Mitgliedern, sondern sie sind das Mittel, mit dem die Mitglieder ihre Bedürfnisse und Ziele verfolgen. Sie sind offene, solidarisch organisierte Modelle, d.h. jede/r – unabhängig von Herkunft, Rasse, Geschlecht und Alter – kann Mitglied werden, solange man die gleichen Interessen verfolgt. Das Konzept der offenen Mitgliedschaft wird durch freiwillige Beteiligung ergänzt, d.h. die Mitglieder können austreten, sobald sie ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt haben.

Raiffeisen-Genossenschaften betonen finanzielle Eigenständigkeit. Das Genossenschaftswesen legt den Schwerpunkt auf finanzielle Unabhängigkeit als Mittel gegen Ausbeutung, indem es Mitgliedern die Möglichkeit gibt, eine Organisation zu kontrollieren, die sich um die notwendigen Dinge des Alltags kümmert. Genossenschaften sind deshalb ein wirkungsvolles Mittel zur Förderung von Menschen nicht nur als Einzelpersonen, sondern auch als Gruppe. Die Mitglieder als Haupteigentümer entscheiden darüber, was für sie am besten ist.

Die demokratische Ausrichtung dieses Systems („eine Stimme für jeden Mann/jede Frau”)* bekräftigt noch einmal die diesem Geschäftsmodell zugrundeliegende Flexibilität und Transparenz. Die Strategie einer Genossenschaft wird von den Mitgliedern entwickelt, beschlossen und unterstützt. Das gewährleistet den Aufbau enger Bindungen zu allen gesellschaftlichen Akteuren und schafft einen starken Anreiz für eine Genossenschaft, sozial verantwortlich zu handeln.

Nähe zu den Mitgliedern ist ein Grundpfeiler der Raiffeisen-Philosophie. Genossenschaften sind lokal verwurzelt, um schnell auf die Bedürfnisse der Mitglieder reagieren zu können. Schnellere Entscheidungsprozesse und Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten machen dies möglich. Gleichzeitig trägt dies zum Wohl der Gemeinschaft bei, da Mitglieder ihrem Heimatort keinen Schaden zufügen wollen; das fördert Erhalt und Verbesserung.

Genossenschaften werden durch Zusammenarbeit mit anderen Genossenschaften konkurrenzfähiger. Das sorgt für sowohl bessere Leistung wie auch größere Stabilität und kennzeichnet den unternehmerischen Ansatz dieses Modells und seine große Reichweite. Dieser Prozess ist enorm vorteilhaft für neue Genossenschaften und fördert folglich die genossenschaftliche Idee;  örtliche Gemeinden erhalten dadurch die notwendigen Instrumente. Vor allem fördert das Raiffeisen-Genossenschaftswesen unternehmerische Initiative und nachhaltigen Fortschritt. Es versucht, den Mitgliedern nahezubringen, dass sich harte Arbeit lohnt und wie sie ihre Finanzen  verwalten können, und ermöglicht ihnen damit ein gutes und verantwortliches Leben.

Cooperative Social Responsibility: Corporate Social Responsibility (CSR)

Die Europäische Kommission (2011) definiert CSR als „die Verantwortung  von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“. Sie führt dann weiter aus: „Nur wenn die geltenden Rechtsvorschriften und die zwischen Sozialpartnern bestehenden Tarifverträge eingehalten werden, kann diese Verantwortung wahrgenommen werden. Damit die Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung in vollem Umfang gerecht werden, sollten sie auf ein Verfahren zurückgreifen können, mit dem soziale, ökologische, ethische, Menschenrechts- und Verbraucherbelange in enger Zusammenarbeit mit den Stakeholdern in die Betriebsführung und in ihre Kernstrategie integriert werden. Auf diese Weise (i) soll die Schaffung gemeinsamer Werte für die Eigentümer/Aktionäre der Unternehmen sowie die übrigen Stakeholder und die gesamte Gesellschaft optimiert werden; und (ii) sollen etwaige negative Auswirkungen aufgezeigt, verhindert und abgefedert werden.“

Ähnliche Konzepte von CSR werden von anderen Organisationen wie dem Global Compact der Vereinten Nationen (UN Global Compact), der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Internationalen Organisation für Normung (ISO) verwendet.

*Gewöhnlich eine Stimme pro Mitglied, falls nicht, gibt es beschränkte Stimmrechte.