Die überarbeiteten genossenschaftlichen Raiffeisen Prinzipien (Entwurf)


Nach dem Beschluss des IRU-Präsidiums von 2012 in Bonn (Deutschland), die Raiffeisen-Prinzipien aussagekräftiger zu gestalten sowie dem Beschluss von 2013, in einer Einführung den unternehmerischen Ansatz zu verankern, präsentiert Ihnen die IRU hiermit stolz das Ergebnis des Projektes.

Die wichtigste Änderung betrifft die Reduzierung der gegenwärtig von der IRU vertretenen Prinzipien von zehn auf drei, was sie direkter und flexibler macht, aber trotzdem den Geist Raiffeisens widerspiegelt.

Wir möchten Sie bitten, das vorliegende Dokument zu lesen und dazu Stellung zu nehmen.

Die Raiffeisen-Genossenschaft – ein einzigartiges Geschäftsmodell

Raiffeisen-Genossenschaften sind offene Gemeinschaftsunternehmen, die vor allem der wirtschaftlichen Weiterentwicklung des Einzelnen dienen sollen. Sie bieten Mitgliedern die Möglichkeit demokratischer Beteiligung in Institutionen, die ihnen helfen, sich finanziell fortzuentwickeln, ohne vom Staat abhängig zu sein. Die meisten sind lokal verankert und ihre nachhaltige Geschäftstätigkeit schafft sozialen Zusammenhalt und einen Mehrwert für die Region und ihre Menschen („ein Geschäftsmodell, wo der Mensch im Mittelpunkt steht“).

Diese vor Ort verwurzelten Organisationen stehen ständig vor Herausforderungen, die der Markt mit sich bringt, z.B. Kosten, Wettbewerb, Gesetzgebung und Innovation.

Sozialer Zusammenhalt, bezahlbare Preise, neue und qualitativ bessere Produkte und Dienstleistungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen sind die erwünschten Ergebnisse dieses Ansatzes. Diese Ergebnisse werden als Coop SR (soziale Verantwortung der Genossenschaften) bezeichnet.

Die Prinzipien

Selbsthilfe: Menschen mit einem ähnlichen Interesse tun sich zusammen, um zum persönlichen und gemeinsamen Vorteil besseren Zugang zu den Märkten zu erhalten.

Menschen: die Benutzung dieses Wortes statt „Mitglieder“ betont die offene Mitgliedschaft und freiwillige Beteiligung

ähnliches Interesse: die Mitglieder haben selten exakt dasselbe Interesse

sich zusammentun: Zusammenarbeit

besserer Zugang zum Markt: unterstreicht die unternehmerische und wirtschaftliche Seite einer Raiffeisen-Genossenschaft

persönlicher Vorteil: ein Mitglied  wünscht vielleicht eine bestimmte Dienstleistung oder Ware; das von ihr/ihm in die Genossenschaft eingebrachte Geld macht den günstigen Einkauf vieler Waren und/oder Dienstleistungen möglich, aber sie/er hat eine klare Vorstellung, was sie/er will. – spezielle Regel nicht nur so, das Mitglied will sich selber helfen

gemeinsamer Vorteil: gemeinsam erzielen die Mitglieder bessere Konditionen (bessere Dienstleistungen, bessere Preise usw…) –allgemeine Regel

Damit wird das Konzept unterstrichen, dass die Mitglieder ähnliche, aber nicht dieselben Interessen haben. „Verschiedene Meinungen, gleiches Ziel“.

Selbstverwaltung: die Mitglieder sind demokratisch beteiligt an der Organisation der internen Bedingungen in ihrem Unternehmen.

Mitglieder: vermittelt das Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit

demokratisch beteiligt: wichtig ist, dass Mitglieder Vorrang vor Kapital haben und dass jede Grundsatzentscheidung einer Mitgliederversammlung vorgelegt wird

Unternehmen: betont nochmals die Tatsache, dass sie unternehmerisch geführt werden müssen

Selbstverantwortung: Mitglieder ergreifen die Initiative, um ihr Leben durch den nachhaltigen Erhalt der Genossenschaft zu verbessern.

die Initiative ergreifen: aktive Verpflichtung

nachhaltig: langfristige Stabilität und Prosperität gegenüber kurzfristigem Profit

Erhalt: wichtig ist der Beitrag, ob als Bar- oder Sacheinlage

Genossenschaft: betont das Geschäftsmodell