Die IRU hat keine eigenen Entwicklungsprojekte, weil sie sonst zwangsläufig mit ihren Mitgliedsorganisationen, die in der genossenschaftlichen Entwicklungshilfe tätig sind, in eine Konkurrenzsituation käme. Deshalb koordiniert die IRU im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Arbeit ihrer Mitgliedsorganisationen im Sinne wer ist wo, mit wem, in welchen Projekten, mit welchen Problemen beschäftigt.
Alle zwei Jahre veranstaltete die IRU ein Internationales Raiffeisen- Genossenschaftsseminar, das vordringlich dem Erfahrungsaustausch der jungen Genossenschaftsorganisationen mit Organisationen aus den Industrieländern diente. Diese Seminare haben stattgefunden in der Türkei, in Belgien, in Uruguay, in Indien, in Italien, in Kenia, in Argentinien, in Thailand und in Ungarn.
Schwerpunktthemen dieser Seminare waren in der Regel die genossenschaftliche Prüfung, Ausbildung, Beratung, Rahmenbedingungen für Kredit- und Warengenossenschaften, der Auf- und Ausbau genossenschaftlicher Verbundsysteme, die Zusammenarbeit der Genossenschaften mit der Bankenaufsicht und das Verhältnis Staat und Genossenschaften.
Im Jahr 2000 fand das erste Raiffeisen-Forum, gekoppelt mit der alle vier Jahre stattfindenden Mitgliederversammlung, in Österreich statt. Das zweite Raiffeisen-Forum wurde mit der Mitgliederversammlung 2004 in Berlin veranstaltet. Diese Foren beschäftigen sich mit hochaktuellen genossenschaftlichen Themen. Zwischen diesen Foren führt die IRU Fachseminare – z.B. über Gesetzgebung, Prüfung, usw. – in unregelmäßigen Abständen durch.
Im Rahmen des Internationalen Jahres der Genossenschaften 2012, das von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, hat die IRU am 3. Mai 2012 im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages in Bonn/Deutschland eine Internationale Raiffeisen-Konferenz unter dem Motto “Die Raiffeisenidee – ein Zukunftsmodell” veranstaltet. An der Konferenz mit herausragenden Rednern aus der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft nahmen die IRU-Mitglieder und andere Genossenschaftsorganisationen, Politikern und Entscheidungsträgern aus der ganzen Welt teil.